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Game of Thrones: Todesfälle, die uns erschüttert haben

Von diesen Charakteren mussten wir Abschied nehmen

Game of Thrones gehört zu den meistdiskutierten und meistgesehenen Serien der Welt. Das liegt nicht zuletzt an den spektakulären und unvorhersehbaren Serientoden der Figuren: Vorlagenautor George R. R. Martin schreckt nämlich auch nicht davor zurück, Hauptfiguren in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Auf dem Bildschirm werden die Todesfälle dann noch drastischer. Je mehr sich eine Staffel dem Finale nähert, desto größer ist die Möglichkeit, dass auch die eine oder andere Lieblingsfigur ihr Leben lassen muss. Achtung, Spoiler!

 

Den Auftakt einer Reihe erschütternder Tode macht niemand Geringeres als Sean Bean alias Eddard „Ned“ Stark - die eindeutige Hauptfigur der ersten Staffel. Schon in Folge 9 verliert der sympathische Lehensherr des Nordens seinen Kopf und daraufhin wird eine Ära des Schreckens durch Kindkönig Joffrey Baratheon eingeläutet.

 

Es folgen einige überraschende und auch unappetitliche Morde, die nur bestätigen, was wir seit Staffel 1 geahnt haben: In Westeros ist niemand sicher. Der sympathische Lord-Kommandant der Nachtwache wird hinterrücks mit dem Schwert erschlagen, die extra für die Serie geschaffene Figur der Hure Ros wird von Joffreys Armbrustbolzen in einem perversen Spiel durchbohrt. Was dann folgt, schockt eine ganze Seriengeneration: In nur einer einzigen Sequenz einer einzigen Folge vernichten die Showrunner nicht nur sämtliche potenzielle Handlungsstränge, sondern auch gleich drei Hauptfiguren mit einem Schlag: Robb Stark, den wir alle schon auf dem Eisernen Thron gesehen haben, seine liebenswürdige Frau Talisa (mit ungeborenem Sohn im Bauch!) und seine Mutter, die stolze und eiserne Catelyn Stark verlieren allesamt ihr Leben auf der Hochzeit im Hause der Freys. Unfassbar, so wichtige Figuren derart würdelos in den Abgrund zu schicken.

 

Doch es kommt noch dicker. Nachdem nun jedem einzelnen Zuschauer klar sein muss, dass hier keiner einen Lieblingsstatus erhält (wobei George R. R. Martin genau dem Konzept von Kill your Darlings folgt), startet die vierte Staffel mit dem höchst drastischen Gifttod von König Joffrey. Das setzt eine Ereigniskette in Gang, die überraschender nicht sein könnte: Die kürzlich eingeführte Figur des Prinzen Oberyn Martell, genannt die Viper von Dorne, kriegt eine ordentliche Abreibung verpasst. Wir haben gute Stücke auf den gnadenlosen Kämpfer gehalten, aber sein Hochmut brachte ihn zu Fall: Cerseis Haushund Gregor „der Berg“ Clegane reißt Oberyns Kopf in zwei Hälften und beschwört damit die alte Fehde zwischen Dornischen und Lennister herauf. Mit dem Tod von Jon Schnees Geliebter Ygritte bei der Schlacht auf der Mauer und dem unvorhersehbaren Ableben der Hure Shae und des mächtigsten Mannes in Westeros, Tywin Lennister durch seinen eigenen Sohn Tyrion, findet die vierte Staffel einen gnadenlosen Abschluss.

 

Aber: Das kann noch übertrumpft werden. Staffel 5 beginnt mit den brennenden Scheiterhaufen von Wildlingskönig Manke Rayder und der Baratheon-Prinzessin Sharin, die von ihrem eigenen Vater als Gottesopfer verbrannt wird. Den vorerst krönenden Abschluss einer Reihe brutaler, überraschender und geschichtsträchtiger Tode bildet jedoch der Mord an Jon Schnee: Der ist erst kürzlich zum neuen Lord-Kommandanten der Nachtwache ernannt worden und tut sich mit den Wildlingen zusammen. Nur gemeinsam kann nämlich die untote Armee des Nachtkönigs aufgehalten werden. Für den Einsatz an der Front muss Jon Schnee mit dem Leben bezahlen: Verräter aus den eigenen Reihen erdolchen ihn unter falschem Vorwand und lassen den gefallenen Krieger im Schnee liegen.

 

Den Sieben sei Dank kann die Rote Priesterin Melisandre Jon Schnee in der sechsten Staffel von den Toten zurückholen, doch der Tod selbst verweilt in Westeros: Erst schlägt er unbarmherzig in Dorne zu, wo ein ganzer Handlungsstrang ausgelöscht wird, als Fürst Doran erstochen und sein Sohn und Thronerbe mit dem Speer durchbohrt wird. Dann folgen Knall auf Fall brutale Todesszenen von Hodor jenseits der Mauer, dessen Geheimnis endlich gelüftet wird, von Rickon Stark, Jons und Sansas verschollen geglaubtem Bruder und etlichen hunderten Soldaten, die in der Schlacht der Bastarde in einer unglaublichen Kampfsequenz ihr Leben lassen.

 

Doch damit ist nicht genug, Staffel 6 hat noch viel mehr zu bieten: Mit dunkler Vorahnung müssen wir tatenlos zusehen, wie Cersei Lennister dem Wahnsinn verfällt und zur irren Massenmörderin gerät: Sie sprengt mit Seefeuer die Septe von Baelor in die Luft und tötet damit nicht nur etliche Nebenfiguren, sondern auch die seit Staffel 2 in den Fokus gerückte Margaery Tyrell und indirekt auch ihren Sohn, König Tommen, der Suizid begeht.

 

Ein würdiges Ende bekommt die vorerst letzte Staffel von Game of Thrones durch den Tod zweier verhasster Bösewichte: Ramsay Bolton, gefangen genommen und eingekerkert nach der Schlacht der Bastarde, wird in Sansas Beisein von seinen eigenen Bluthunden zerfleischt. Und Walder Frey, der den Tod unserer Lieblingsfiguren in Staffel 3 zu verantworten hat, bekommt was er verdient: Arya Stark, die zur Assassine geworden ist, setzt dem Meuchelmörder seine eigenen Söhne als Pastete vor und schneidet ihm lächelnd die Kehle durch.

 

Nach so viel Tod und Mord kann es eigentlich nur noch bergauf gehen, doch jeder Game of Thrones-Fan weiß, was passiert, wenn die nächste Staffel beginnt: Wir werden neue Lieblingscharaktere finden, uns auf sie einlassen, und in einem Moment der unbedachten Sicherheit wird irgendjemand oder irgendetwas kommen und ihnen den Kopf abschlagen, sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen oder in eine Kirche sperren und in die Luft jagen. Denn so läuft es nunmal in Westeros. Und das macht schließlich den besonderen Reiz der Serie aus.

 

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